Robert Gernhardt

Aus MarieHerberger
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- 1937 in Estland als Sohn eines Richters

- gehörte zur Minderheit der Deutsch-Balten

- 1939: Umsiedlung nach Posen

- 1945: Tod des Vaters

- Vertreibung nach Kriegsende, Flucht nach Bissendorf

- 1946: Ankunft in Göttingen

- studierte Malerei und Germanistik in Berlin und Stuttgart

- lebte seit 1964 als Schriftsteller, Maler, Zeichner und Karikaturist in Frankfurt am Main

- Pseudonyme: „Lützel Jeman“ und „Norbert Gamsbart“

- zeigte ein Herz für Vergessene, Schwache, kritisiert fragwürdige Autoritäten

- typisch: „Der Inhalt sprengt die Form, ohne sie jedoch nach außen hin zu beschädigen.“

- lange als „Nonsens-Lyriker“ abgetan

- 1964-1965: Redakteur der Satirezeitschrift Pardon

- Preise: Deutscher Kinderbuchpreis, der Kritikerpreis der Berliner Akademie der Künste, der Göttinger Elch für das Lebenswerk und der Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf

- Tod wegen Darmkrebserkrankung: 2006 in Frankfurt am Main (wurde 68 Jahre alt)

- Anekdote:

„Vor nunmehr fast fünfzig Jahren stand der Gymnasiast vor der Aufgabe, beim mündlichen Deutsch-Abitur ein Gedicht eigener Wahl auswendig vorzutragen. Er entschied sich für ein Herbst-Gedicht Georg Trakls: "Die Pendel brauner Uhren nicken leise. / Der Abendmond verlässt sein bleiches Bett. / Ein Jäger einsam bei dem Hasel steht. / Die schwarzen Vögel ziehen leichte Kreise." Der Lehrer, der diese Zeilen ausdeutete und ihre poetische Qualität rühmte, war Robert Gernhardts erstes Opfer. Denn bei den vorgetragenen Versen handelte es sich keineswegs um ein Sonett Georg Trakls, sondern um eine Eigenanfertigung des Schülers, dessen Entre in der Welt der Literatur also in einem gewissen Zwielicht liegt."

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